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Rahmenanalyse und Visuelle Wissenssoziologie: Bildinterpretation zwischen Segment, Sequenz und Kontext

Prof. Dr. Jürgen Raab: Rahmenanalyse und Visuelle Wissenssoziologie: Bildinterpretation zwischen Segment, Sequenz und Kontext

Zeit: 14.1.2011, 19.00-20.30 st Ort: Universität Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg, Flügel West, 2. OG, Hörsaal ESA W 221

Spiel oder Ernst, Kunst oder keine, ironisch oder nicht: In jeder Situation stehen wir vor der Frage, wie wir das Geschehene zu verstehen haben. Mitte der 1970er entwickelte der Soziologe Erving Goffman von diesen Alltagsproblemen ausgehend in seinem Hauptwerk “Rahmenanalyse” eine umfassende Theorie der Rolle geteilter “Rahmen” oder Interpretations- und Verhaltensmuster in der zwischenmenschlichen Interaktionsordnung.

Nach deutlich erkennbarer Abstinenz erlebt der Begriff des „Rahmens“ oder „Frames“ in verschiedenen sozial-, kultur- und kommunikationswissenschaftlichen Ansätzen seit geraumer Zeit eine gewisse Renaissance. Unklar aber ist, wie sich die im Wesentlichen auf Goffman zurückgehende Rahmen-Metapher zu vermeintlich gänzlich anders gelagerten oder scheinbar nah verwandten Konzepten verhält, wie etwa den Konstruktionen erster und zweiter Ordnung bei Alfred Schütz, dem Feldkonzept und dem Habitus-Begriff bei Pierre Bourdieu, oder dem Modell von Beobachter und System bei Niklas Luhmann.

Der Vortrag näherte sich der Metapher und beleuchtete das Analysekonzept aus wissenssoziologischer Perspektive. Ausgehend von der Frage nach der Bedeutung der Rahmenanalyse für die Goffmanschen Forschungen zur Interaktionsordnung im Allgemeinen wurde das generelle Verhältnis zwischen Rahmenanalyse und (wissenssoziologisch-hermeneutischer) Sequenzanalyse im Besonderen zu klären versucht.

Die Anschlussfähigkeit beider Zugänge wurde schließlich insbesondere mit Blick auf die Weiterentwicklung von visuellen Methoden anhand eines empirischen Fallbeispiels vorgeführt und zur Diskussion gestellt.

Zum Redner

Als Autor des aktuellen Bandes „Erving Goffman“ in der Reihe Klassiker der Wissenssoziologie (Konstanz 2008) wie der Habilitationsschrift „Visuelle Wissenssoziologie“ (Konstanz 2008) vereint Jürgen Raab eine profunde Kenntnis des Goffmanschen Werkes mit ausgewiesener Expertise in der praktischen wie theoretischen Dimensionen visueller Methoden in der Soziologie. Nach einem Studium der Soziologie und Politikwissenschaft an der FU Berlin und an der Universität Konstanz war Jürgen Raab von 1998 bis 1999 wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Schwerpunktprogramm „Theatralität“ und promovierte 1999 über die soziale Konstruktion olfaktorischer Wahrnehmung. Von 1999 bis 2002 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Sonderforschungsbereich „Literatur und Anthropologie“, um dann von 2002 bis 2004 das DFG-Forschungsprojekt „Die Medialisierung des Sehens“ zu leiten und zwischen 2004 und 2006 als Hochschulassistent von Prof. Dr. Hans-Georg Soeffner am Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie an der Universität Konstanz in den Schwerpunkten Wissenssoziologie, Kultur- und Mediensoziologie zu lehren und forschen. Von 2002 bis 2007 war er Lehrbeauftragter für Soziologie an der Universität St. Gallen. Seit dem Wintersemester 2006/07 ist Jürgen Raab als Oberassistent am Soziologischen Seminar der Universität Luzern tätig. Im Januar 2007 habilitierte er sich an der Universität Konstanz und ist dort seit 2009 ausserordentlicher Professor. Mehr zum Redner: http://bit.ly/juergenraab Am Folgetag fand vormittags ein halboffener Workshop mit PromovendInnen und ForscherInnen des RCMC statt.

Being in treatment on TVJane Feuer / University of Pittsburgh | Flow

Jane Feuer (University of Pittsburgh, USA): „Psychoanalysis in/of Quality Drama: The Sopranos and In Treatment“

Am 15. Juli 2010 um 18.00 Uhr fand der Gastvortrag

„Psychoanalysis in/of Quality Drama: The Sopranos and In Treatment“

von Frau Prof. Dr. Jane Feuer (Pittsburgh, USA) in der Graduate School Media and Communication statt.

Jane Feuer ist Professorin für Film- und Fernsehwissenschaft an der Universität von Pittsburgh. Sie befasste sich nicht nur mit dem Filmmusical in Hollywood („The Hollywood Musical“), sondern auch mit den Besonderheiten der Fernsehentwicklung in den 1980er Jahren („Seeing Through the Eighties“) ebenso wie mit dem US-Qualitätsfernsehen („MTM: Quality Television“). Derzeit ist sie mit dem Fulbright Programm als Gastprofessorin an der Universität Tübingen tätig.

Thomas Elsaesser (Universeit van Amsterdam): „Film, Geschichte, Gedächtnis: zu Poetik und Performanz der Fehlleistung.“

Am Montag, den 10. Mai 2010 eröffnete die Graduate School Media and Communication mit Prof. Dr. Thomas Elsaesser (Universiteit van Amsterdam) eine Reihe von Lehrveranstaltungen mit international renommierten Gästen.

Prof. Dr. Thomas Elsaesser hielt einen öffentlichen Vortrag zum Thema: „Film, Geschichte, Gedächtnis: zu Poetik und Performanz der Fehlleistung.“

Elsaesser ist einer der international profiliertesten Persönlichkeiten der Filmwissenschaft. Der Text enstand im Kontext von Elsaessers Studie „Terror und Trauma. Zur Gewalt des Vergangenen in der BRD“ aus dem Jahr 2006.