‚In Transit‘ – Mediales Übersetzen in den Künsten. Ringvorlesung im Wintersemester 2012/13

Ringvorlesung im Wintersemester 2012/2013 ● Mittwoch, 18-20 Uhr ● ESA 1, Hörsaal J

Organisation: Gabriele Klein (FB Bewegungswissenschaft) & 
Claudia Benthien (FB Sprache, Literatur, Medien I)

 

‘In Transit‘ – Mediales Übersetzen in den Künsten

Shakespeare im Original, auf deutsch, im Theater oder im Kino; HipHop in der New Yorker Bronx, im Fernsehen, im Videoclip, auf YouTube; Performances auf der Stra­ße mit Live-Übertragungen in verschiedene Theater weltweit – solche ‚Übersetzungen‘ in und zwischen verschiedenen Medien sind seit einigen Jahren ein zentrales Muster nicht nur der Medienökonomie sondern auch der Künste und ein wichtiger, gegenwartsbezogener For­schungsgegenstand der Medienwissenschaften.

Die interdisziplinäre Ringvorlesung knüpft an aktuelle Tendenzen in den Künsten sowie an gesellschaftlich und zeitdiagnostisch relevante Forschungen an. Sie lenkt den Blick die Ästhetik medialer Transformationen und wählt mit ihrem Fokus auf Wahrnehmungs- und Aneignungsprozesse eine bislang wenig diskutierte praxeologische Perspektive. Ziel der Vorlesungsreihe ist es, die Möglichkeiten und Grenzen der verschiedenen Übersetzungstheorien für kultur- und sozialwissenschaftlich orientierte Medienforschungen auszuloten und sie für die medientheoretische und medienästhetische Forschung fruchtbar zu machen.

Zwei Arbeitshypothesen werden zur Diskussion gestellt: erstens, dass die durch Medien erzeugte performative Hervorbringung von Sinn und die kulturelle Aneignung von Medienprodukten als Übersetzungen verstehbar sind; zweitens, dass mediale Übersetzungen Rahmungen brauchen, um sinnkonstituierend zu sein, zugleich aber in Übersetzungen immer auch neue Rahmungen generiert werden. Mit diesen Hypothesen werden die Medien selbst wie auch ihre Hervorbringungs- und Aneignungsprozesse in den Künsten befragt und reflektiert. Anders aber als jene medienwissenschaftliche Untersuchungen, die ihr Augenmerk auf Einzelmedien richten oder Intermedialität auf einer eher medientechnischen oder medienkomparatistischen Ebene untersuchen (Remediation, Medienkonvergenz), richtet die interdisziplinäre und internationale Vorlesungsreihe In Transit. Mediales Übersetzen in den Künsten ihren Schwerpunkt auf die Erzeugung von sozialem und kulturellem Sinn durch mediale Transformationen und befragt so das Verhältnis von Künsten und Medien selbst.

Es sprechen Wissenschaftler/innen aus den Fächern Medienwissenschaft, Philosophie, Soziologie, Semiotik, Theaterwissenschaft, Tanzforschung, Musikwissenschaft, Linguistik, Germanistik und Amerikanistik

 

Programm

24.10.12 Prof. Dr. Gabriele Klein (Universität Hamburg):
Tänze übersetzen. Kulturelle und mediale Praktiken des Übertragens von Geste, Bewegung und Figur

31.10.12 Prof. Dr. Claudia Benthien (Universität Hamburg):
Fragile Translationen. Sprache(n) in der Medienkunst

7.11.12 Prof. Dr. Petra Maria Meyer (Muthesius-Kunsthochschule, Kiel):
Latente und manifeste Übersetzungen. „Traumarbeit“ als Übersetzungsarbeit – intermedial und zwischen den Künsten

14.11.12 Prof. Dr. Rainer Nägele (Yale University, U.S.A.):
Über(be)setzungen eines ‚Komplexes‘: Ödipus – Hamlet – Faust

21.11.12 Prof. Dr. Peeter Torop (Universität Tartu, Estland): 
Conceptual Fields of Cultural Translation

28.11.12 Prof. Dr. Markus Kuhn (Universität Hamburg): 
Zwischen Kunst, Kommerz und Lokalkolorit: Zum Einfluss der Medienumgebung auf die narrative Struktur von Webserien

5.12.12 PD. Dr. Christa Brüstle (Kunstuniversität Graz, Österreich): 
Notation in Aktion in Notation. Zu Wechselwirkungen von Schrift und Praxis in der neuen Musik

12.12.12 Prof. Dr. Claudia Jeschke (Universität Salzburg, Österreich): 
In Bewegung: KörperTanzSchrift

19.12.12 Prof. Dr. Kathrin Fahlenbrach (Universität Hamburg):
 Ästhetik und Funktionen transmedialer Bild-Störungen zwischen Kunst und Kommerz

9.1.13 Prof. Dr. Alexander García Düttmann (Goldsmiths College, University of London, G.B.): 
Ideen. Gilles Deleuze zwischen den Künsten

16.1.13 Prof. Dr. Astrid Böger und PD Dr. Heinz Hiebler (Universität Hamburg): 
Spielarten des Literatur- und Wissenstransfers in Graphic Novels und Comic Guides

23.1.13 Prof. Dr. Dieter Mersch (Universität Potsdam): 
Transferre / Perferre. Übersetzen als Praxis

30.1.13 Prof. Dr. Ludwig Jäger (RWTH Aachen): 
Translation und Transkription. Übersetzen als genuines Verfahren der Sinnkonstitution

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