Newsletter des Research Center Media and Communication (RCMC) vom Mai 2015

RCMC Newsletter 11 Juli 2014

Editorial

Liebe RCMC-Mitglieder,

im Sommersemester 2014 hat das RCMC-Direktorium eine Reihe von Initiativen gesetzt. Über die Einzelheiten werden wir Sie ausführlich in der nächsten Mitgliederversammlung informieren – save the date: Mittwoch 10.12.2014 um 18 Uhr (die förmliche Einladung folgt im Herbst). Hier fürs Erste ein knapper Überblick über die wichtigsten Aktivitäten der vergangenen Monate.

Das RCMC-Direktorium hat das Präsidium unserer Universität um ein Gespräch gebeten, um das Kompetenzfeld Medienforschung an der UHH stärker zu beleuchten. In diesem Gespräch mit der für Forschung zuständigen Vizepräsidentin Leopold berichteten wir über Aktivitäten, v.a. zur Verbundforschung, und erörterten Zukunftsperspektiven des RCMC, wie etwa die Option einer Etablierung des RCMC als interdisziplinäres und interfakultäres Forschungszentrum.

Medienforschung wird nicht nur an der UHH betrieben, sondern auch an anderen Hamburger Hochschulen. Das RCMC-Direktorium hat ForscherInnen anderer Hamburger Hochschulen zu einem Vernetzungsgespräch eingeladen, um einen Anfang zu machen für verbesserten Informationsaustausch am Medienforschungs-Standort Hamburg und für mögliche Forschungskooperationen. Zu diesem Gespräch durften wir Ende Juni KollegInnen aus HAW, Macromedia und HMS begrüßen – mit dem Ergebnis, dass die Gespräche im Herbst fortgesetzt werden sollen.

Das RCMC-Direktorium hat sich einen Überblick verschafft, welche Varianten von gemeinsamen Publikationsstrategien für RCMC-Mitglieder sinnvoll sein könnten, zu welchen Kosten. Das Ergebnis werden wir der Mitgliederversammlung zur weiteren Beschlussfassung im Dezember vorlegen.

Wir wünschen allen einen schönen, sonnigen, erholsamen und produktiven Sommer.
Mit herzlichen Grüßen, Ihre

Irene Neverla
– für den RCMC-Vorstand –

1. Come and Meet:

* Konferenz: 6th International ‘Language in the Media’ Conference an der Universität Hamburg
ZEIT UND ORT: 07.-09.09.2014, Universität Hamburg
Vom 07.-09.09.2015 findet an der Universität Hamburg die 6. internationale Konferenz „Language in the Media“ statt. Diese Tagung führt seit 2005 ein internationales Publikum aus den Fachgebieten der Medien-, Diskurs- und Soziolinguistik alle zwei Jahre zusammen. Die Tagung, die bislang nur im englischsprachigen Raum stattfand, wird nun zum ersten Mal nach Deutschland geholt. Die Keynotes werden von Ruth Ayaß (Klagenfurt), Ana Deumert (Cape Town), Rodney Jones (Hong Kong) und Robin Queen (Michigan) gehalten. Der Call for Papers wird Ende September 2014 geöffnet. Die Leitung der lokalen Organisation haben Prof. Dr. Jannis Androutsopoulos und Jana Tereick (Institut für Germanistik & Institut für Medien und Kommunikation).
Kontakt über LiM-6@uni-hamburg.de

*Tagung: Entangled Media Histories – Forum III
ZEIT UND ORT: 25.-28.11.2014, Hans-Bredow-Institut
Das Forschernetzwerk „Entangled Media Histories“ (EMHIS) fördert die Zusammenarbeit zwischen drei Instituten, die auf dem Gebiet der Mediengeschichte forschen und lehren, darunter auch die „Forschungsstelle Geschichte des Rundfunks in Norddeutschland“ am Hans-Bredow-Institut. Nach der Tagung in Bournemouth im Mai 2014 setzt EMHIS seine Arbeit in Hamburg fort. Vom 25. bis 28.11.2014 wird am Hans-Bredow-Institut das EMHIS-Forum III stattfinden. Parallel dazu werden mehrere Doktoranden aus Lund (Schweden) und Bournemouth (Großbritannien) für einen kürzeren oder längeren Arbeitsaufenthalt nach Hamburg kommen. Gastgeber und Ansprechpartner ist Dr. Hans-Ulrich Wagner (hans-ulrich.wagner@uni-hamburg.de)
Weitere Informationen hier und hier

2. Good to know

*Projektstart des DFG-Forschungsprojekts „Literarizität in der Medienkunst“
Zum 01.07.14 hat das von Prof. Dr. Claudia Benthien (Institut für Germanistik) geleitete Forschungsprojekt „Literarizität in der Medienkunst“ begonnen. Es handelt sich um ein von der DFG gefördertes interdisziplinäres Projekt, das zwischen Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft und Kunstgeschichte angesiedelt ist.
Ausgehend vom Russischen Formalismus wird Literarizität als der auf Sprache bezogene Bereich der Ästhetik verstanden. Literarizität beschreibt Formen des poetischen ‚Sinnüberschuss‘’, die einen künstlerischen Sprachgebrauch vom alltäglichen unterscheiden. Am Beispiel von Videokunst, Multimedia-Installationen und Netzkunst werden insbesondere mit Sprache, Stimme und Schrift im Zusammenhang stehende Bedeutungsdimensionen untersucht. Die Untersuchung strukturiert das Material anhand von vier Strategien: der Integration von Schrift und Schriftelementen, dem Gebrauch von verbalisierter Sprache, dem Rückgriff auf literarische Werke und deren Transformation in audiovisuelle Kunst sowie der Exploration und Adaptation literarischer Genres durch Medienkünstler/innen.
Das Projektteam besteht aus den Wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Jordis Lau und Maraike Marxsen sowie zwei Studentischen Hilfskräften. In dem auf drei Jahre angelegten Forschungsprojekt werden beide Doktorandinnen eine thematisch einschlägige Dissertation verfassen und gemeinsame Publikationen zur Fragestellung des Projekts mit Claudia Benthien vorlegen. Für 2015 ist eine internationale Tagung geplant.
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* Rückblick: 2nd International Conference of the European Sound Studies Association 2014

Dr. Hans-Ulrich Wagner (Hans-Bredow-Institut für Medienforschung) referierte am 28.06.2014 auf der zweiten internationalen Konferenz der European Sound Studies Association (ESSA). Mit seinem Vortrag „Sounds like Hamburg. The communicative figurations of spatial identity-building in the past and the analysis of historic sound documents“ wandte er das Konzept der “Kommunikativen Figurationen” (nach Norbert Elias) auf die Klanggeschichte an und analysierte Tondokumente aus den 30er und 40er Jahren.
Die Konferenz unter dem Titel “Sound Studies. Mapping the Field” fand vom 27. bis 29.06.2014 in Kopenhagen statt.
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* Rückblick: „Muslimische Diversität in sozialen Netzwerken – die „sichtbare“ Religiosität in den Facebook-Seiten von Kopftuch tragenden Musliminnen in der Bundesrepublik Deutschland“
RCMC-Mitglied Dr. Reyhan Sahin hielt am 02.07.2014 einen Vortrag im Rahmen einer Vortragsreihe des TürkeiEuropaZentrums (TEZ) zum Thema „Muslimische Diversität in sozialen Netzwerken – die „sichtbare“ Religiosität in den Facebook-Seiten von Kopftuch tragenden Musliminnen in der Bundesrepublik Deutschland“. Die Referentin stellte dabei wesentliche Aspekte ihres aktuellen Forschungsvorhabens vor. Die qualitative Untersuchung soll ergründen, in welcher Weise in Deutschland ansässige, muslimische Akademikerinnen verschiedener Herkunft ihre Religiosität durch Sprache und Bilder in sozialen Netzwerken ausdrücken. In welcher Weise stimmt diese Online-Darstellung mit ihrer Offline-Lebenswelt überein? Wie äußern sich politisch-nationalistische und emanzipatorische Orientierungen bei den Frauen und wodurch unterscheiden sich diese untereinander? Wie ist der Zusammenhang des orthodoxen Islam und feministischer Emanzipationsabsichten bei den Frauen zu bewerten? Das Forschungsvorhaben ist auf drei Jahre angelegt.
Weitere Informationen hier und hier

*Rückblick: Wenn Wissenschaftskommunikation digital und demokratisch wird“
Dr. Monika Taddicken und Stefanie Trümper hielten am 29.05.2014 einen Vortrag auf der 59. Jahrestagung der DGPuK in Passau zum Thema „Wenn Wissenschaftskommunikation digital und demokratisch wird“. Die Referentinnen stellten dabei zentrale Ergebnisse ihrer Untersuchung der Darstellung des Climategate-Skandals in professionellen journalistischen Online-Medien und der Blogosphäre vor. Die theoretische Rahmung basierte auf den Themenfeldern „Wissenschaft, Öffentlichkeit und Partizipation“ sowie „Wandel der Wissenschaftskommunikation und des Wissenschaftsjournalismus im Zuge der Digitalisierung“. Mit einer standardisierten Inhaltsanalyse deutscher journalistischer Online-Medien (n=125) und Weblogs unterschiedlicher Expertisegrade (n=113) wurden Aufmerksamkeitsverlauf und Umgang mit wissenschaftlichen Aussagen bei der Darstellung des Skandals untersucht. Die Ergebnisse zeigen sowohl Parallelen als auch Abweichungen in den Aufmerksamkeitsverläufen der journalistischen Angebote und der Blogs. Deutliche Unterschiede zeigen sich bei der Bewertung des Skandals und der Klimaforschung insgesamt.
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*Think Tanks Medienmanagement an der Hamburg Media School
Prof. Dr. Insa Sjurts (Fakultät für Betriebswirtschaft) untersucht in einem Forschungsteam der Hamburg Media School, welche emotionalen Reaktionen digitale, crossmedial platzierte Werbung hervorruft. Als Teil des Think Tanks Medienmanagement kommt dabei das im Frühjahr 2014 eingerichtete HMS Neuro Competence Center (NCC) zum Einsatz. Es bietet eine Erweiterung um neurowissenschaftliche Instrumente, zu denen z.B. die Eye-Tracking-Methode gehört. Im NCC werden Fragestellungen zur kognitiven Wahrnehmung von Medien und Kommunikationsmitteln untersucht: Eine Anschlussstudie (in Kooperation mit der Huffington Post) beschäftigt sich mit den impliziten Wirkungsweisen von Native Advertising-Formaten.
Weitere Informationen

*Aktuelle Veröffentlichungen und Neuerscheinungen:

„Media Freedom Indices. What They Tell Us – And What They Don’t”

Die Doktorandin Laura Schneider hat am 30.06.2014 das von ihr verfasste Buch „Media Freedom Indices. What They Tell Us – And What They Don’t“ in Bonn vorgestellt. Die Publikation setzt sich mit den fünf bekanntesten Ranglisten zur Medienfreiheit auseinander, indem sie anhand von Daten und Experteninterviews deren Methodik untersucht. Die Medienwissenschaftlerin geht der Frage nach der Objektivität dieser Erhebungen nach und beleuchtet Stärken und Schwächen. Der Band wurde vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert und ist in der Buchreihe „Edition DW Akademie“ erschienen.
Weitere Informationen
Schneider, Laura: Media Freedom Indices. What They Tell Us – And What They Don’t (Edition DW Akademie), hrsg. Von Petra Berner und Christian Gramsch, Bonn 2014

 

3. Graduate School Media and Communication:

* Die Graduate School gratuliert Judith Lohner (WiSo-Fakultät), Nils Wlömert und Juliane Mathys (beide Fakultät für Betriebswirtschaft) zur erfolgreichen Promotion.
Juliane Mathys promovierte über „Managing Entertainment Brands“, Nils Wlömert über „Information Technology and Online Content Distribution: Empirical Investigations and Implications for the Marketing of Entertainment Products“. Judith Lohners Dissertationstitel lautete “Journalistische Erinnerung als Dimension europäisierter Öffentlichkeit. Theoretische Grundlegung und empirische Anwendung am Beispiel der „Europäischen Wende“.* Mit Ines Drefs und Michael Grimm waren zwei GMaC-Promovenden auf der Jahrestagung der International Communication Association (ICA) vom 22.05. bis 26.05.2014 in Seattle vertreten. Drefs‘ Vortragstitel lautete „Journalistic Social Web Communication: A Theoretical and Methodological Proposal for Analyzing Democratic Potential“. Grimm präsentierte zum Thema „What is Visual Framing Research? A Systematic Overview of an Emerging Field of (Visual) Communication Research”. Die ICA ist die weltweit größte internationale kommunikationswissenschaftliche Gesellschaft.
Weitere Informationen*Jana Tereick organisiert die vom 24.-25.07.2014 stattfindende Tagung „Correctly Political! Sprachkritik und kritischer Sprachgebrauch für das 21. Jahrhundert“ an der Universität Hamburg. (Sprach-)Wissenschaftler_innen, Aktivist*innen und Performx beschäftigen sich damit, wie Sprache zur Kritik an Rassismus, Sexismus und Ableismus und zur kreativen Subversion genutzt werden kann. Die Keynotes werden von Noah Sow, Ruth Wodak, Lann Hornscheidt, Heike Wiese und Reyhan Şahin gehalten. Die Tagung wird von der Körber-Stiftung gefördert.ZEIT und ORT: 24.-25.07.2014, Edmund-Siemers-Allee 1, Ostflügel, Saal ESA1 O 221
Weitere Informationen und Anmeldung

4. People at the RCMC:

*PD Dr. Andreas Stuhlmann, dem RCMC seit Gründung als Koordinator und Mitglied des Direktoriums und der GMaC als Mentor und Betreuer von Dissertationsprojekten verbunden, wechselt zum Herbst-Semester 2014 für zunächst zwei Jahre als Associate Professor of German and Media Studies an die University of Alberta nach Edmonton, Kanada. Er bleibt dem RCMC als Research Fellow verbunden.

*Dr. Monika Taddicken hat den Ruf der Technischen Universität Braunschweig angenommen und besetzt dort ab dem 1. Oktober 2014 die Professur für Kommunikations- und Medienwissenschaften. Monika Taddicken kam im Sommer 2009 von der Uni Stuttgart-Hohenheim nach Hamburg, um hier im DFG-Projekt „Klimawandel aus Sicht der Medienrezipienten“ (Leitung: Prof. Irene Neverla, WiSo-Fakultät) zu arbeiten; seit 2013, mit der dritten Bewilligungsphase, auch als Mit-Antragstellerin. Zugleich wechselte Monika Taddicken 2013 zu CLISAP, als Koordinatorin der Media Research Group „Climate Change, Perception and Communication“. Monika Taddicken bleibt dem RCMC als Research Fellow verbunden.

Informationen für den Newsletter bitte an:

RCMC@uni-hamburg.de

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