Newsletter des Research Center Media and Communication (RCMC) vom Mai 2015

RCMC Newsletter 10 April 2014

Editorial

Liebe RCMC-Mitglieder,

die Hamburger Hochschulen und speziell die Universität sind neuerdings verstärkt Gegenstand der öffentlichen Debatte. Die Wochenzeitung „Die Zeit“ und auch das „Hamburger Abendblatt“ haben mit Beiträgen von Ex-Bürgermeistern der Hansestadt die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung von Wissenschaft, Forschung und akademischer Ausbildung hervorgehoben. Nicht unbedingt zu Gunsten der UHH. Seit einem weiteren Beitrag von UHH-Präsident Lenzen im „Hamburger Abendblatt“ wogt die Debatte weiter hin und her – das Thema bleibt auf der öffentlichen Agenda.

Die Leistung der medien- und kommunikationswissenschaftlichen Forschung an der Universität Hamburg stärker sichtbar zu machen (innerhalb und auch außerhalb der Uni) und zur Geltung zu bringen, ist eines der Ziele des RCMC (und der Newsletter bietet hierfür ein Forum). Das RCMC bildet in Hamburg den größten Pool an akademischen Medienforscher_innen, daher sehen wir uns in der Verantwortung über unsere Universität hinaus. Wir nehmen den öffentlichen Diskurs über Leistungen und Potenziale der UHH zum Anlass, Gespräche zwischen den Hamburger Hochschulen und ihren Medienforschern zu suchen und dabei fachspezifische und hochschulpolitische Aspekte zu verbinden. Wir werden darüber berichten.

Im neuen Newsletter finden Sie wie immer Informationen über das aktuelle Geschehen – Vorträge und Konferenzen, Publikationen und Projekte der Medien- und Kommunikationsforschung an der UHH, sowie Hinweise auf neue RCMC-Mitglieder.

Ein schönes und erfolgreiches Sommersemester 2014 wünscht
Ihre

Irene Neverla
– für den RCMC-Vorstand –

1. Come and Meet:

* Ringvorlesung „Medienkulturen des Dokumentarischen (Teil 1) – Hamburger Gespräche zur Transformation der Medienkultur“
ZEIT UND ORT: Montags, 07.04.2014 – 07.07.2014, jeweils 18-20 Uhr, VMP 6, Hörsaal C
Die Ringvorlesung führt ein in die medialen Praktiken und Theorien des dokumentarischen Films und gibt einen Überblick über dessen Ausdifferenzierung in verschiedenen Medienkulturen. Dazu zählen konkrete Arbeits- und Produktionsprozesse in verschiedenen Medien ebenso wie die Auseinandersetzung mit zentralen Themen, Konzepten und Ästhetiken des dokumentarischen Films. Anhand von Fallbeispielen werden charakteristische Merkmale unterschiedlicher dokumentarischer Ansätze vorgestellt und durch WissenschaftlerInnen, FilmemacherInnen und VertreterInnen einschlägiger Institutionen vermittelt. Die Ringvorlesung wird in Kooperation mit Mitgliedern des DFG-Projekts „Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland 1945-2005“, der Gruppe „dokART“ und dem Kommunalen Kino Hamburg, dem Metropolis, durchgeführt.*

Konferenz re:publica

ZEIT UND ORT: 06.05.2014 -08.05.2014, Station Berlin, Luckenwalder Str. 4-6, Berlin
Unter dem Motto „Into the wild“ findet 2014 zum achten Mal die Social-Media-Konferenz „re:publica“ statt. Im Zentrum stehen verschiedene Ansätze, um das Internet und die Gesellschaft der nahen Zukunft zu verstehen und zu verbessern. Etwa 500 Vortragende werden die Netzgemeinschaft aus der politischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Perspektive betrachten. Auch zwei Mitglieder des RCMC sind an einer Veranstaltung beteiligt: PD Dr. Wiebke Loosen und Nele Heise, M.A. befassen sich in einem Vortrag mit der Nicht-Nutzung bestimmter Bereiche des Internets. Neben aktuellen Forschungsergebnissen zu den Folgen und Ursachen dieses bewussten Verzichts ist auch eine Diskussion zum Thema vorgesehen. Das Programm ist über die Konferenz-Website abrufbar.
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* Erzähltheoretisches Kolloquium

ZEIT UND ORT: Donnerstag, 17.04.2014, 15.05.2014 und 05.06.2014, jeweils 18: 15 Uhr, VMP 6, Raum 1314
Organisation: Prof. Dr. Markus Kuhn (Institut für Medien und Kommunikation), Prof. Dr. Ulrich Moennig (Institut für Griechische und Lateinische Philologie) & Lena Schüch, M.A. (Institut für Germanistik)
Das erzähltheoretische Kolloquium geht in diesem Sommersemester in die achte Runde: Zu den nächsten Treffen des interdisziplinären und fächerübergreifenden Kolloquiums sind alle Student_innen und Doktorand_innen herzlich eingeladen, die planen oder schon dabei sind, eine Abschlussarbeit, einen Forschungsantrag oder ein anderes Projekt im Bereich der Erzähltheorie zu schreiben oder vorzubereiten. Im Kolloquium wird es möglich sein, in lockerer Atmosphäre Impulse für das eigene Thema zu sammeln, grundlegende Fragestellungen und Konzepte zu besprechen, eigene Projekte vorzustellen und zu diskutieren sowie sich über Institutsgrenzen hinaus mit anderen Studierenden, Promovierenden und auch Lehrenden zu vernetzen. Bei Interesse wird um eine kurze Anmeldung per Email an lena.schuech [a t] public.uni-hamburg.de gebeten.
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*Tagung “Theatre and History: Cultural Transformations”
ZEIT UND ORT: 19.06.2014 bis 22.06.2014, Elsa Brändström Haus, Kösterbergstraße 62, Hamburg
The 2014 CDE conference (Society for Contemporary Drama in English) addresses versions and visions of history in contemporary drama and theatre in English across the world. It aims to investigate the relations between theatre and history, to analyse different temporalities in performance, and to explore the historical visions thus emerging. The conference is organized by Ute Berns, Department of English and American Studies, at the University of Hamburg and will be held as a residential conference at Elsa Brändström Haus in Hamburg.
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2. Good to know

*DGPuK Jahrestagung “Digitale Öffentlichkeit(en)”
ZEIT UND ORT: 28.05.-30.5.2014 in Passau
Mehrere RCMC-Mitglieder sind mit Vorträgen bei der 59. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft vertreten:

Dr. Monika Taddicken und Stefanie Trümper: „Wenn Wissenschaftskommunikation digital und demokratisch wird. Eine Untersuchung der Darstellung des Climategate-Skandals in professionellen journalistischen Online-Medien und der Blogosphäre“,  Abstract-Panel 12 „Digitaler Klimajournalismus“, 29.05.2014: 15.30-17.00.
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Prof. Dr. Uwe Hasebrink: „Kommunikationsrepertoires und digitale Öffentlichkeiten. Ein konzeptioneller Ansatz und erste empirische Befunde“
Offenes Panel 2 „Mediennutzungs- und Medienwirkungsforschung 2.0“, 29.05.2014: 15:30-17:00.
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PD Dr. Wiebke Loosen, Julius Reimer, Nele Heise, Dr. Jan-Hinrik Schmidt: „Was Journalisten wollen und sollen: Rollenselbstverständnis im Abgleich mit Erwartungen des Publikums“
Abstract-Panel 9: Grenzen partizipativer Kommunikation, 29.05.2014: 13:30-15:00.
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* Aktuelle Veröffentlichungen und Neuerscheinungen

Sammelband „Journalismus und (sein) Publikum“
PD Dr. Wiebke Loosen (Hans-Bredow-Institut für Medienforschung) hat gemeinsam mit Dr. Marco Dohle (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) den Band „Journalismus und (sein) Publikum. Schnittstellen zwischen Journalismusforschung und Rezeptions- und Wirkungsforschung“ herausgegeben. Auf 355 Seiten befassen sich die Autoren mit der Beziehung zwischen Journalismus und Publikum. Dabei thematisieren sie den Wandel der Kommunikationsverhältnisse im Online-Zeitalter und bieten einen Ausblick auf neue sich daraus ergebende Forschungsfelder. Zu den behandelten Schwerpunkten gehören die Partizipation im Journalismus, Urteile über journalistische Qualität sowie die Wirkung journalistischer Darstellungsmittel.
Weitere Informationen
Dohle, Marco/ Loosen, Wiebke (Hrsg.)(2014): Journalismus und (sein) Publikum. Schnittstellen zwischen Journalismusforschung und Rezeptions- und Wirkungsforschung. Wiesbaden: Springer VS.

Sammelband „Media and Revolt“
Prof. Dr. Kathrin Fahlenbrach (Institut für Medien und Kommunikation) hat mit den Professoren Erling Sivertsen und Rolf Werenskjold (Volda University College, Norwegen) einen Sammelband herausgegeben. Darin untersuchen die Autoren, inwieweit soziale Bewegungen seit den 60er Jahren die Aufmerksamkeit von Massenmedien erregt haben. Welche Rolle spielten dabei Symbole, Bilder und Protest Performance? Die Beiträge von Medienwissenschaftlern, Historikern und Soziologen befassen sich mit theoretischen Ansätzen und Fallstudien über Print, Fernsehen, Film und Internet und soziale Medien.
Weitere Informationen
Fahlenbrach, Kathrin/ Sivertsen, Erling/ Werenskjold, Rolf (Hrsg.) (2014): Media and Revolt. Strategies and Performances from the 1960s to the Present. New York/Oxford: Berghahn Books.

Sonderausgabe Triple C: “Critical Visual Theory”
Ebenfalls als Mitherausgeberin wirkte Prof. Dr. Kathrin Fahlenbrach bei einer Spezialausgabe des Open Access Journals Triple C (Communication, Capitalism & Critique) mit. Diese widmet sich der kritischen Bildwissenschaft in drei verschiedenen Themengruppen. Behandelt werden die Bilderzeugung als Machtinstrument, Prozesse des Wandels und der Rekanonisierung in Bildkulturen sowie Ansätze der kritischen Bildwissenschaft.
Die Ausgabe ist online verfügbar
Ludes, Peter/ Nöth, Winfried/ Fahlenbrach, Kathrin (Hrsg.) (2014): Critical Visual Theory. Special Issue of triple C: Communication, Capitalism & Critique. Open Access Journal for a Global Sustainable Information Society. Vol. 12, No 1 (2014).

Monographie „Mann des gedruckten Wortes. Helmut Schmidt und die Medien“
Dr. Thomas Birkner (Universität Münster), assoziertes RCMC-Mitglied, widmet sich in „Mann des gedruckten Wortes“ dem publizistischen Wirken Helmut Schmidts. Gegenstand des zehnten Bandes der Schriftenreihe der Helmut und Loki Schmidt-Stiftung ist dabei das Spannungsverhältnis zwischen Politik und Medien. Birkner konnte im Privatarchiv von Helmut Schmidt Dokumente auswerten und hat unter anderem mit Peer Steinbrück, Giovanni di Lorenzo und Klaus Bölling Interviews zu Schmidts Umgang mit den Medien geführt. Neben ersten Beiträgen aus Hamburger SPD-Blättern und den späteren zahlreichen ZEIT-Artikeln ist dabei auch seine Rolle in der Hamburger Flutkatastrophe sowie der Kampf gegen die RAF von zentraler Bedeutung. Der ehemalige Bundeskanzler betonte stets die Wichtigkeit der Medien als vierte Gewalt, zugleich aber auch die Notwendigkeit, deren Macht zu kontrollieren.
Im Mai wird das Buch durch Prof. Dr. Michael Naumann, Direktor der Barenboim-Said-Akademie und früher Kulturstaatsminister, im Beisein von Helmut Schmidt in Hamburg vorgestellt.
Weitere Informationen
Birkner, Thomas (2014): Mann des gedruckten Wortes. Helmut Schmidt und die Medien. Bremen: Edition Temmen.

3. Graduate School Media and Communication:

* Ann Mabel Sanyu promoviert seit dem Wintersemester 2013/2014 an der GMaC. In den kommenden Jahren bearbeitet sie hier ihr Promotionsthema “African women migrants use of new media for identity and sense of belonging”. Die gebürtige Uganderin absolvierte zuvor das Erasmus-Mundus Masterprogramm „Journalism, Media and Globalisation“ in Aarhus und Hamburg. Als Reporterin und Moderatorin und Nachrichtenplanerin war sie zudem für die Uganda Broadcasting Corporation tätig.

* Felix Schröter und Sebastian Armbrust sind für Vorträge zur Jahrestagung der Society for Cognitive Studies of the Moving Image vom 11.06. bis14.06.2014 in Lancaster, Pennsylvania eingeladen. Auf dem diesjährigen Programm stehen u.a. die Themen von zwei GMaC-Promovenden: „Awesome! Video Game Aesthetics and the Moment of Awe“ (Felix Schröter) und „A cognitive Semantics of Plotting in Serial Television Drama” (Sebastian Armbrust). Im vergangenen Jahr hatte die Konferenz an der Berliner Universität der Künste stattgefunden. Die SCSMI ist eine interdisziplinäre Organisation aus Wissenschaftlern, die sich für kognitive, philosophische, ästhetische, neurophysiologische und evolutionspsychologische Ansätze der Analyse von Film und anderen Bewegtbild-Medien interessiert.
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4. International News:

*Kickoff-Meeting von MeCoDEM in Leeds: EU-Forschungsprojekt zur Rolle von Medien in Demokratisierungskonflikten gestartet
Das im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm geförderte Verbundprojekt MeCoDEM (Media, Conflict and Democratisation) hat offiziell begonnen. Beteiligt sind unter anderen Prof. Dr. Irene Neverla sowie die GMaC-Mitglieder Judith Lohner und Laura Schneider. Vom 26. bis 28. März trafen sich die Mitglieder des Forschungskonsortiums und des Advisory Boards auf Einladung der Projektkoordinatorin Dr. Katrin Voltmer zu einem Kickoff-Meeting in Leeds, UK.
MeCoDEM untersucht die Rolle von traditionellen und neuen Medien in Konflikten, die Transformationsgesellschaften im Rahmen von Demokratisierungsprozessen erfassen können. Die empirische Forschung fokussiert dabei mit Serbien, Ägypten, Kenia und Südafrika auf vier so genannte “Emerging Democracies“.
Als erstes empirisches Teilprojekt wird in den kommenden Monaten unter der Leitung von Prof. Nebojsa Vladisavljevic (Universität Belgrad) eine Inhaltsanalyse der medialen Berichterstattung zu relevanten Demokratisierungskonflikten in den vier Untersuchungsländern durchgeführt.
Die Feldforschung im von Irene Neverla geleiteten Teilprojekt, das die Arbeitspraktiken, Rollenverständnisse und ethischen Orientierungen von Journalistinnen und Journalisten in Demokratisierungskonflikten untersucht, beginnt im Herbst 2014. Am 6. und 7. Oktober 2014 begrüßt das Hamburger Team um Irene Neverla und Projektmitarbeiterin Judith Lohner die am Teilprojekt mitwirkenden MeCoDEM-Mitglieder für ein so genanntes Fieldwork Meeting in der Hansestadt.
Insgesamt acht Universitäten wirken im Forschungskonsortium mit. Neben Leeds, Hamburg und Belgrad sind dies: Ruhr-Universität Bochum (Prof. Dr Barbara Thomaß und ihre Mitarbeiterin Laura Schneider), Universität Oxford (Dr. Nicole Stremlau), Rhodes University Grahamstown (Prof. Herman Wasserman), die Universität Stockholm (Prof. Christian Christensen) und die American University in Cairo (Dr. Marco Pinfari).
MeCoDEM wird von der EU mit insgesamt rund 2,2 Millionen Euro unterstützt, die Fördersumme für die Universität Hamburg beträgt rund 307 000 Euro.

5. People at the RCMC:

Das Direktorium hat als neues RCMC-Mitglied bestätigt: Prof. Dr. Gertraud Koch, Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie. Herzlich willkommen!

Zu den Regeln der Mitgliedschaft: RCMC-Mitglied kann werden, wer Vollmitglied der UHH ist und auf dem Gebiet der Medien- und Kommunkationsforschung tätig ist. Der Nachweis darüber wird i.d.R. durch mindestens zwei einschlägige wissenschaftliche Publikationen erbracht. Selbstnominierung (eigener Antrag online) ist möglich.
Für nähere Informationen kontaktieren Sie gerne eines der RCMC- Direktoriumsmitglieder.
Auf der Website finden Sie eine Übersicht der RCMC-Vollmitglieder sowie weitere Übersichten zu den RCMC-Alumni (Ehemalige, die nun an anderen Hochschulen tätig sind) sowie RCMC-Assozierte Mitglieder (Ehemalige, die nun an anderen Hochschulen tätig sind, jedoch durch Forschungsprojekte in besonderer Weise der UHH verbunden sind).

Informationen für den Newsletter bitte an:

RCMC@uni-hamburg.de

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