Transkulturelle Kommunikation und Europäische Öffentlichkeiten
Im Mittelpunkt des gemeinsamen Erkenntnisinteresses der an TRANSCULT-EUPS beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler steht das Konzept der Transkulturalität. In diesem Konzept werden Kulturen nicht als strikt von einander abgegrenzt, sondern als sowohl äußerlich vernetzt als auch hochgradig verflochten und gegenseitig durchdrungen betrachtet. Transkulturalität wird von Globalisierung (Homogenisierung und Herausbildung einer Weltgesellschaft) abgegrenzt, denn hier entwickelt sich eine Vielzahl von Lebensformen, die durch eine hohe Individualisierung und Differenzierung gekennzeichnet sind. Transkulturelle Vergemeinschaftung ist der Prozess der Bildung von sozialen Gruppen, deren Mitglieder sich über traditionelle Kulturgrenzen hinweg zusammengehörig fühlen. Ihre Bindung aneinander ist emotional und damit virtuell und unabhängig von geografischen Territorien. Differenzierungen folgen also nicht mehr geografischen oder nationalen Vorgaben, sondern kulturellen Austauschprozessen, für die Kommunikation und Medien unerlässlich sind. Bei transkultureller Kommunikation geht es um fortschreitende und potenziell weltweite kommunikative Konnektivität in der Mediengesellschaft. Medien haben die Funktionen der Information und Kommunikation und befördern damit den Prozess der Transkulturalisierung. Eine konkrete Ausformung bzw. ein besonders spannendes Fallbeispiel von Transkulturalisierung sind die Prozesse der Europäisierung.
TRANSCULT-EUPS zeichnet sich dadurch aus, dass viele Vorhaben quer oder grenzüberschreitend zu den herkömmlichen Forschungsfeldern der medienbezogenen Disziplinen angelegt sind. Gemeinsam ist ihnen jedoch eine bestimmte Erkenntnisorientierung: Der Versuch der Überwindung von dichotomen und statischen Konzepten und Priorisierung von Konzepten, in denen Prozesshaftigkeit und Dynamik sowie Widersprüchlichkeit und Mehrdeutigkeit des Forschungsgegenstands in den Blick genommen werden. Die gemeinsame Erkenntnishaltung liegt in einer kontextintegrierenden und ganzheitlichen Sichtweise und ist grundsätzlich inter- bzw. transdisziplinär ausgerichtet.
Mitglieder des Forschungsschwerpunkts:
Thomas Birkner, M.A.; Hanna Domeyer, M.A.; Prof. Dr. Uwe Hasebrink; Prof. Dr. Rudolf Kammerl; Prof. Dr. Hans J. Kleinsteuber; Judith Lohner, M.A.; Dr. Corinna Lüthje; Prof. Dr. Irene Neverla; Dott.ssa. Sara Nofri; Dr. Monika Pater; Wiebke Schoon, M.A.