Newsletter des Research Center Media and Communication (RCMC) vom Mai 2015

RCMC Newsletter 3 June 2012





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RCMC Summer School 2012: Remix! Remake! Remediate!

Editorial

 

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, liebe RCMC-Mitglieder,

dies ist die erste Sommer-Ausgabe des RCMC-Newsletters; sie trotzt den mäßigen Sommertemperaturen, denn „Klima“ bietet uns Anlass zur Freude: Der interdisziplinäre Exzellenzcluster zur Klimaforschung (CLISAP 2) wird von 2012-2017 über die Exzellenzinitiative des Bundes  weiter gefördert und umfasst auch dieses Mal kommunikationswissenschaftliche Forschungsschwerpunkte: An der Research Area „Climate Change Perception and Communication“ (Leitung: Irene Neverla und Beate Ratter) und in der Forschungsgruppe „Media Constructions on Climate Change“ (Leitung: Mike Schäfer) sind insgesamt 5 Wissenschaftler_innen  des RCMC beteiligt. Parallel konnten zwei Publikationen zum Klima-Diskurs abgeschlossen werden.
Die öffentliche Tagung des Hans-Bredow-Instituts unter Federführung von Wolfgang Schulz und Uwe Hasebrink in der Handelskammer hat auch medial für Aufsehen gesorgt. Die Arbeitsgruppe „Ästhetik der Medien“ um Gabriele Klein und Claudia Benthien kündigt für das Wintersemester eine hochkarätig besetzte Ringvorlesung zu ihrem Schwerpunktthema „Rahmung und Übersetzung“ an.  
Last but not least, weisen wir noch einmal auf die diesjährige Summer School des RCMC „Repeat, Remix, Remediate“ vom 16.-20. Juli hin, für die noch einige Plätze vergeben werden können.

Viel Vergnügen mit dieser Ausgabe,

 

Irene Neverla                                  Andreas Stuhlmann
Geschäftsführende Direktorin        Koordinator 

1. Come and Meet:

* Summer School des RCMC und der Graduate School Media and Communication, 16.–20. Juli 2012
Repeat! Remix! Remediate! Formen und Normen der Wiederverwertung digitaler Medien 
Im Zeichen der im Prinzip unbegrenzten Verfügbarkeit, Kopierbarkeit,Speicherbarkeit, Bearbeitbarkeit und Verbreitbarkeit von digitalen Medieninhalten wird die Medien- und Kommunikationslandschaft zunehmend durch Phänomene der Wiederverwendung, Wiederaneignung oder Wiedernutzbarmachung geprägt. Ob diese Wiederverwendung eine reine Wiederholung des Alten oder tatsächlich etwas Neues ist, wird die Leitfrage unserer Summer School 2012 sein. Wie wird “alter Wein” medial durch Digitalisierung und das sogenannte Web 2.0 in “neue Schläuche” verpackt? Was gilt überhaupt als “alt” bzw. “neu” in den Medien? In welcher Weise können urheberrechtlich geschützte Werke wiederverwendet werden? Wir schauen dorthin, wo Produzenten vorgefundene Medieninhalte rekombinieren und so eine ganz neue Konstellation schaffen, wo Mediennutzernutzer Altes als neu erfahren oder sich Altes produktiv neu aneignen. Thematisch geht es dabei um Plagiate, Piraterie, um Reaktualisierung alter Inhalte als Bestandteil von Erinnerungskultur, um Formen des Remix und Remakes von Musik und Filmen sowie um aktuelle politische Debatten über ACTA und SOPA.
Um unsere Leitfrage zu beantworten, bündeln wir über die Woche hinweg verschiedene disziplinäre und gegenstandsbezogene Zugänge. In Vorträgen, Workshops und Arbeitsgruppen mit Medien- und Kommunikationswissenschaftlern, Ökonomen, Juristen und Gästen aus der Praxis werden uns journalistische und monetäre Strategien, ästhetische Praktiken und juristische Normendiskussionen ebenso beschäftigen wie der Blick von Produzenten und Konsumenten auf diese Entwicklungen und ihre Einschätzungen.

Für die Summer School sind derzeit noch Restplätze zu vergeben. Das Programm und alle Informationen auf der Homepage der Summer School sowie aktuelle Hinweise auf der facebook-Präsenz.
Anmeldung und Kontakt: Remediation@uni-hamburg.de

 

* Neue Runde der Exzellenzinitiative: RCMC-Mitglieder Irene Neverla und Mike Schäfer Leading Investigators im Klimaforschungs-Cluster.  
Am 15.6.2012 kam im Rahmen der zweiten Runde der Exzellenzinitiative ein Zuschlag auch an die UHH. Damit werden hier im Zeitraum 2012-2017 zwei Exzellenzcluster gefördert: einmal die Fortführung des interdisziplinären Clusters  zur Klimaforschung (CLISAP 2), zum anderen eine neues Cluster über ultraschnelle Atombewegungen in Echtzeit (CUI) in Zusammenarbeit von Physik und Chemie. Im Cluster zur Klimaforschung ist einer der vier CLISAP-Research Areas dem sozialwissenschaftlichen Schwerpunkt  “Climate Change and Social Dynamics” gewidmet; mit einem Schwerpunkt zu “Climate Change Perception and Communication” (Leading Principal Investigators: Irene Neverla und Beate Ratter). Daneben wird auch der Schwerpunkt “Media Constructions on Climate Change” fortgeführt (Leitung: Mike Schäfer). Irene Neverla und Mike Schäfer sind Mitglieder des Fachbereichs Sozialwissenschaften (Fach Journalistik und Kommunikationswissenschaft) und leiten in CLISAP die “Media Research Group”, mit zur Zeit sieben Forscherinnen und Forschern: Ana Ivanova, Shameem Mahmud, Inga Schlichting, Monika Taddicken, Ines Schaudel, Andreas Schmidt und Stefanie Trümper. Die Projekte der CLISAP- Media Research Group befassen sich u.a. mit Langzeitanalysen der medialen Klimaberichterstattung im internationalen Vergleich, mit Analysen journalistischer Praktiken zur Erinnerung an Extremereignisse, mit Informationsstrategien der Stakeholder, aber auch mit dem Verständnis des komplexen Wissens über Klimawandel seitens der ‘Laien’ auf der Basis der Medienberichterstattung oder der Socialmedia Debatten. 

 

* Vortragsveranstaltung “Adapting Public Service to the Multiplatform Scenario” am 9. Juli 2012 im Hans-Bredow-Institut
Den Einführungsvortrag zum Thema des Abends hält Alison Harcourt, Jean Monnet Chair in the Information Society an der University of Exeter (UK). Im Anschluss stellt Roberto Suárez, Marie Curie Fellow am Hans-Bredow-Institut, den Endbericht seines Projekts “Redefining and repositioning public service in the digital and multiplatform scenario” vor.
Termin: Montag, den 9. Juli 2012, 18.00-20.00 Uhr, Bibliothek des Hans-Bredow-Instituts, Heimhuder Str. 21, 20148 Hamburg. Der Eintritt ist frei, Anmeldung und weitere Informationen

 

* Ringvorlesung: In Transit. Mediales Übersetzen in den Künsten
Organisation: Gabriele Klein (FB Bewegungswissenschaft); Claudia Benthien (FB Sprache, Literatur, Medien I) Ort: ESA 1, Hörsaal J Zeit: Mittwoch, 17.10.2012 – 30.01.2013, jeweils 18-20 Uhr

Shakespeare im Original, auf deutsch, im Theater oder im Kino; HipHop in der New Yorker Bronx, im Fernsehen, im Videoclip, auf YouTube; Performances auf der Straße mit Live- Übertragungen in verschiedene Theater weltweit – solche ‚Übersetzungen‘ in und zwischen verschiedenen Medien sind seit einigen Jahren ein zentrales Muster nicht nur der Medienökonomie, sondern auch der Künste und ein wichtiger, gegenwartsbezogener und zeitkritischer Forschungsgegenstand der Medienwissenschaften. Die interdisziplinäre Ringvorlesung knüpft an diese Tendenzen sowie an gesellschaftlich und zeitdiagnostisch relevante Forschungen an. Sie lenkt den Blick auf Transformationen in und zwischen den verschiedenen Künsten, die sich als Praktiken medialer und kultureller Übersetzungen beschreiben lassen. Mit ihrem Fokus auf Wahrnehmungs- und Aneignungsprozessen will sie eine bislang wenig diskutierte praxeologische Perspektive in den Blick nehmen. Ziel der Vorlesungsreihe ist es, die Möglichkeiten und Grenzen der verschiedenen Übersetzungstheorien für kultur- und sozialwissenschaftlich orientierte Medienforschungen auszuloten und sie für eine praxisorientierte medientheoretische und medienästhetische Forschung fruchtbar zu machen.
Eine Veranstaltung der Arbeitsgruppe “Ästhetik der Medien” des RCMC. Mit finanzieller Unterstützung des Fachbereichs Bewegungswissenschaft.

2. Good to know

* Sammelband zu Privatsphäre und Selbstoffenbarung im Internet erschienen:
“Privacy Online. Perspectives on Privacy and Self-Disclosure in the Social Web”
Der von JProf. Dr. Sabine Trepte (FB Psychologie, Universität Hamburg/Hamburg Media School) und JProf. Dr. Leonard Reinecke (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) gemeinsam herausgegebene Band nimmt die Preisgabe privater Daten und dem Wunsch nach Privatsphäre im Internet aus einer psychologischen Perspektive in den Blick. Die enthaltenen Beiträge widmen sich dem anauernden Widerspruch zwischen diesen Faktoren, fragen nach Vorteilen der Selbstoffenbarung im Internet und betrachten die Folgen intensiver Nutzung von sozialen Netzwerken für das Bedürfnis nach Privatheit und ebenso wie die Auswirkungen auf die Freundschaftsverhältnisse der User_innen. Die Publikation versammelt damit aktuelle Forschungsergebnisse eines internationalen Netzwerkes von Pricacy-Expert_innen. Zu den Autor_innen gehören auch die RCMC-Mitglieder Dr. Jan-Hinrik Schmidt und PD Dr. Wiebke Loosen (beide: Hans-Bredow-Institut für Medienforschung, Hamburg). 

 

* Studie am FB Psychologie zur sozialen Dimension von Online-Computerspielen
Eine am Fachbereich Psychologie der Universität Hamburg von JProf. Dr. Sabine Trepte, Leonard Reinecke und Keno Juechems durchgeführte Studie untersucht die grundlegenden Faktoren bei der Ansammlung sozialen Kapitals im Internet am Beispiel von Online-Sportspielen. Unter dem Titel The social side of gaming: How playing online computer games creates online and offline social support weist die Studie Zusammenhänge zwischen der Beteiligung an Online-Spielen und der Herausbildung sozialer Bindungen nach, die sich auch in Offline-Aktivitäten fortsetzen. Die Ergebnisse der Studie sind im Journal “Computers in Human Behavior” veröffentlicht worden.

 

* Zwei Publikationen zur gesellschaftlichen und medialen Debatte um den Klimawandel erschienen
Der von Prof. Dr. Irene Neverla und JProf. Dr. Mike S. Schäfer gemeinsam herausgegebene Band Das Medien-Klima. Fragen und Befunde der kommunikationswissenschaftlichen Klimaforschung sichert den aktuellen Kenntnisstand zu medialen Konstruktionen des Klimawandels, wertet die vorliegende Literatur aus und zeigt Perspektiven für die zukünftige Forschung auf. Die Massenmedien verdeutlichen die thematische Relevanz weltweiter Klimaveränderungen und dienen als Forum, in dem sich Wissenschaftler, Politiker, NGOs und Unternehmen zu positionieren versuchen. Verstärkt sind daher massenmediale Darstellungen des Klimawandels in den Blick der Kommunikationswissenschaften gerückt. Weitere Informationen

Unter dem Titel Kampf um die Köpfe. Der Meinungskampf um die Klimapolitik hat Mike S. Schäfer gemeinsam mit Jun.-Prof. Dr. Jochen Roose (Freie Universität Berlin) das Sonderheft 2/2012 des “Forschungsjournal Soziale Bewegungen” herausgegeben. Das Heft untersucht akutelle Auseinandersetzungen zum Klimawandel sowie mögliche Strategien zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung und berücksichtigt dabei die Rolle von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, NGOs und der Medien. Weitere Informationen

 

* Studie des Hans-Bredow-Instituts zu den Informationsrepertoires der deutschen Bevölkerung veröffentlicht
Die Studie Tagesschau, Google und BILD: Was den Deutschen für ihre politische Meinungsbildung wichtig ist wurde am 13. Juni 2012 in Berlin dem Bundestagsausschuss für Kultur und Medien vorgestellt. Sie basiert auf einer bundesweiten repräsentativen Befragung von gut 1000 Personen ab 14 Jahren. Untersucht wurde, welche Angebote aus der Sicht der Bevölkerung für ihr eigenes Informationsverhalten am wichtigsten sind. Auch in den heutigen digitalen Medienumgebungen spielen danach die etablierten Medien Fernsehen und Zeitung eine wichtige Rolle. Das Internet ist aber mittlerweile zu einem wesentlichen Faktor auch für die politische Meinungsbildung geworden. Auffällig ist vor allem, dass mit Google und Facebook auch solche Angebote dazu gehören, die selbst keine politischen Inhalte anbieten.
Der Projektbericht sowie eine Zusammenfassung sind hier online abrufbar

 

* Gemeinsame Arbeitstagung von RCMC und IMK in Verbindung mit der Forschungsstelle Geschichte des Rundfunks in Norddeutschland
Am 8. und 9. Juni 2012 fand die Tagung Die Hamburgische Dramaturgie der Medien. Egon Monk – Autor, Regisseur, Produzent statt. Im Rahmen der von Knut Hickethier, Julia Schumacher und Andreas Stuhlmann in Verbindung mit Hans-Ulrich Wagner organisierten Veranstaltung wurden das Leben und Wirken von Egon Monk beleuchtet, der als Autor und Regisseur, Produzent und Fernsehspielchef des NDR den Aufbruch im Feld der Hamburger Medien maßgeblich mitgestaltet hat. Weitere Informationen

 

* Gemeinsames Symposium von Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein, Hans-Bredow-Institut und Handelskammer Hamburg am 5. Juni 2012
Ausgangsfrage des Symposiums macht|medienmacht|meinung war, wie sich die Gesellschaft heute informiert, was Meinungsmacht unter den veränderten medialen Bedingungen heißt und wie sich Einflusspotenzale verschieben. Nach der Darstellung aktueller wissenschaftlicher Befunde diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Medienpolitik und Wissenschaft, welche konzeptionellen Veränderungen erforderlich erscheinen, damit Medienkonzentrationsrecht, Plattformregulierung und Kartellrecht in einem fein abgestimmten Zusammenspiel Meinungsmacht verhindern und faire Wettbewerbsbedingungen sichern können. Mehr Informationen

3. Graduate School Media and Communication:

* Am 27. April 2012 fand der zweite gemeinsame Doktoranden-Workshop von Promovierenden der GMaC und des Fachbereichs Kommunikationswissenschaft an der Universität Salzburg statt. Schwerpunktthema des Treffens in Salzburg waren qualitative Forschungsmethoden. Mehr Informationen

 

* Am 15. Mai 2012 fand unter dem Motto “Comparing Media Policy and Regulation” im Hans-Bredow-Institut ein GMaC-Lunch mit englischsprachigem Vortrag von Dr. Manuel Puppis (derzeit Gastwissenschaftler am Hans-Bredow-Institut und an der GMaC) und anschließender Diskussion statt. Mehr Informationen

 

* Der nächste Termin des GMaC-Doktorand_innenkolloquiums im Sommersemester 2012:
10.07.2012 um 18:30 Uhr, im Mittelweg 177. 

4. International News:

* Vom 20.06. bis 21.06.2012 war Prof. Ajay Kohli (Gary T. and Elizabeth R. Jones Chair for Marketing, Georgia Institute of Technology College of Management) als Leiter eines Seminars zum Thema “Theory Construction” am Lehrstuhl für BWL – Marketing und Branding der Universität Hamburg (Prof. Henrik Sattler) zu Gast. Neben zahlreichen Auszeichnungen und hochrangigen Veröffentlichungen in internationalen Marketingzeitschriften war Prof. Kohli u. a. von 2008 bis 2011 Editor des Journal of Marketing, einer der renommiertesten Marketingzeitschriften weltweit.

 

* Am 2. Juli 2012 findet eine Informationsveranstaltung zur neuen Ausschreibung im 7. Rahmenprogramm der EU für den Bereich der Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften mit einer Vertreterin der nationalen Kontaktstelle des Bundesministeriums für Bildung und Forschung statt.
Termin: 2. Juli 2012, 14-17 Uhr, AS-Saal im Hauptgebäude der Universität. Anmeldung bis spätestens 27. Juni per formloser Mail bei Katharina Berghöfer (katharina.berghoefer@verw.uni-hamburg.de).

5. People at the RCMC:

* Seit Juni 2012 ist Dr. Reyhan Sahin als Gastwissenschaftlerin am RCMC tätig. Reyhan Sahin schloss 2012 ihre Promotion im Fachbereich Linguistik ab, die im Rahmen einer qualitativen Studie die Bekleidungsweise und Religiosität jünger muslimischer Kopftuchträgerinnen analysiert. Ihre aktuellen Forschungsinteressen umfassen die Sozialisation junger Musliminnen in der Bundesrepublik, Subkulturen, Diskurslinguistik, Visuelle Semiotik, Islamischer Feminismus und Gender Studies. Für ihr neuen Projekt beabsichtigt sie, die Selbstdarstellung und die Alltagspraktiken junger muslimischer Kopftuchträgerinnen in Social Networks zu untersuchen.

Informationen für den Newsletter bitte an:

Andreas.stuhlmann@uni-hamburg.de und RCMC@uni-hamburg.de

   

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